Mit Ende der Sommerferien startete in unserer Seglerjugend die nächste Optiregattagruppe. Das heißt eigentlich: Zu den bereits drei Seglern kamen drei weitere aus der Anfängergruppe dazu.
Für dieses sechsköpfige Team sollte vor einigen Wochen die Vereinsmeisterschaft das erste Highlight sein. Leider fiel diese aus, weil Rasmus ganze Kuhherden über den Deich warf. Wenn Kühe über den Deich fliegen, ist das eine Seglerformulierung dafür, dass es hackt, orgelt oder einfach nur sehr, sehr windig ist. Wegen der ausgefallenen VM entschieden Cilie und ihr Trainerteam, dass unser Optitraining, wenn möglich, genutzt werden sollte, um einen Meister zu ermitteln. Gesagt, getan: Zwei Trainingseinheiten wurden also genutzt, um in vier Wettfahrten den neuen Meister zu ersegeln.
In meinen vielen Jahren als Optitrainer habe ich schon eine Menge erlebt, aber diese Meisterschaft wurde am Ende etwas Besonderes. Punkt 1: Die Kids wussten nicht, dass es ihre Meisterschaft ist. Sie segelten also nur aus eigenem Antrieb um die Wette. Punkt 2: Für drei Kids war es ihre erste Regatta, auch wenn das ganz große Regattagefühl natürlich ausblieb.
Der Modus für die sechs Boote: verkürzter Startablauf, Kreuz, Ablauftonne, Zieldurchgang vor dem Wind. Da Dasha in dieser Saison bisher bei Regatten und im Training seglerisch die Stärkste war, war unsere Vermutung natürlich, dass sie die größten Chancen auf den Titel hatte. Und sie begann ihre Trainingswettfahrt auch direkt mit einem Sieg. Daniil, ihr Bruder, segelte auf Platz 2, Frieda auf Platz 3, Jonathan auf Platz 4 und Josi auf Platz 5. Lydia war leider krank.
Im nächsten Ritt wurde Dasha Vierte hinter Daniil, Frieda und Josi. Jonathan kam auf Platz 5, Lydia DNC. Das nenne ich mal gut durchgemischt. In Wettfahrt 3 legte Daniil einen Sieg nach. Bahnte sich hier eine Überraschung an? Dann kam Wettfahrt 4.
Anderer Trainingstag, neuer Start, neues Glück. Lydia war wieder fit und wollte mitspielen. Sie segelte einen Traumstart. Blöd nur, wenn man sich zu sehr auf die Ablauftonne konzentriert. Diesen Fehler nutzte Dasha und wurde Erste. Lydia hielt Platz 2, Daniil kam auf Platz 3, Josi vor Frieda und Jonathan ging als Sechster ins Ziel.
Vier Wettfahrten bedeuteten: Eine konnte gestrichen werden. Nun wurde es Mathe mit Wettsegelregeln. Lydia landete durch ihre drei DNC leider chancenlos auf Platz 6. Was wäre hier gegangen, wenn sie die ersten drei Wettfahrten hätte fahren können? Jonathan, als der Jüngste, belegte Platz 5, aber zwei vierte Plätze waren schon stark.
Josi und Frieda waren punktgleich. Die bessere Einzelplatzierung hatte Frieda, deshalb segelte sie in der Gesamtwertung auf Platz 3, Josi auf Platz 4. Dasha und Daniil waren punkt- und ergebnisgleich. Die bessere letzte Wettfahrt hatte Dasha, deshalb landete sie auf Platz 1 und Daniil auf Platz 2.
Die Überraschung blieb aus, aber viel mehr Regattasegeln geht fast nicht. Glückwunsch an die neue Meisterin und ihre fünf Mitstreiter. Jetzt geht die Saison langsam zu Ende. Vorher steht noch ein kleines Trainingslager an. Kommendes Jahr starten wir alle wieder durch.
